Kohlenzunge – Grüne Lunge

Der Standort Wilhelmshaven ist geprägt durch seine Nähe zur Nordsee und einen direkten Zugang zu Tieffahrrinnen. Dies äußert sich einerseits in der Ansiedlung diverser Hafennutzungen, als auch in dem Ausbau zum Hauptstandort der deutschen Marine. Letzteres führte historisch zur Gründung der Stadt Wilhelmshaven. Seither ist die Entwicklung der Stadt eng mit der Marine verbunden. Die ehemalig als Kohlenzunge bezeichnete, künstlich aufgeschüttete Halbinsel liegt am Westende des Großen Hafens und diente damals mit einer Bekohlungsanlage, Lagern, Gleisen und Magazinen der Versorgung der Kaiserlichen Marine. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges diente die Kohlenzunge dann als Standort für Abwrackbetriebe zum Verschrotten deutscher Kriegsschiffe, später als Liegeplatz für ausgediente und vorübergehend ungenutzte Schiffe.

00_Gebäude_Umgebung_f

Über die Jadeallee ist das Wettbewerbsgebiet direkt mit dem Stadtzentrum verbunden und stellt im Zusammenhang mit dem Gebiet um den Banter See das wichtigste städtebauliche Entwicklungsgebiet für die Gesamtstadt dar. Der Entwurf „Von Kohlenzunge zur Grünen Lunge“ verwandelt den introvertierten Ort zu einem öffentlichen Anziehungspunkt und einem lebendigen Wohnquartier. Die großzügig gestaltete Promenade und die Aufenthaltsbereiche am Wasser bilden attraktive öffentliche Räume und werden der prominenten Lage des neuen Wohnquartiers gerecht. Es reflektiert die Inselsituation und die damit verbundenen Potenziale. Die verzahnte rhythmische Setzung der Bauvolumen und die damit gewonnene Ausrichtung und Orientierung schaffen den durchgängigen Bezug zum Wasser.

Städtebauliche Entwicklung der Wiesbadenbrücke-Haveninsel
Nichtoffener städtebaulicher Realisierungswettbewerb
Anerkennung
Auftraggeber | Wilhelmshavener Spar- und Baugesellschaft eG
Größe des Planungsgebiets | 4,7 ha
Zeitraum | 2015
Zusammenarbeit | Junkerstin

Weitere Projekte