Von Steinen und Stegen

Leitidee

Ziel ist es im Spannungsfeld zwischen rudimentären städtebaulichen Fluchten entlang der Erzbergstraße und der Weite des „Hinterlandes“, die durch das Naturschutzgebiet „Alter Flugplatz Karlsruhe“gebildet wird, ein klar definiertes Zentrum für die Nordstadt zu entwickeln und einen baulichen Übergang des Siedlungsrandes auszuformulieren.

Pate stehen hier in erster Linie die angrenzenden Landschaftsbezüge zum Alten Flugplatz im Westen,dessen Qualität bisher im Stadtbezug ausgeblendete wurde sowie der Hardtwald im Osten und seine Strahlkraft über die Amerikasiedlung hinaus.

00_Gebäude

Mehr Mitte – Zentrum und Identifikation

Von zentraler Bedeutung für die Nordstadt ist das geplante Quartierszentrum zwischen Merkur-Akademie und Dualer Hochschule Baden-Württemberg. Neben Wohnnutzungen befinden sich hier auch soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen, gewerbliche Einrichtungen und diverse Nahversorger.

Städtebaulich hebt sich die kompakte und dichte Formation des neuen Blocks durch eine leichte Verdrehung aus dem Stadtgrundriss entlang der Erzbergstraße ab und bricht die dominante Flucht zwischen Dualer Hochschule und Merkur Akademie. Gefasst zwischen zwei Grünkeilen spannt sich ein räumlich klar definiertes Quartierszentrum auf und erzeugt in seiner Binnenstruktur die nötige Dichte und Urbanität. Einen starken Identifikationswert erhält das Zentrum durch ein materialeinheitliches Erdgeschoss und Bodenbelag des Freiraumes. Hierbei findet Maulbronner Sandstein, analog zu Teilen des Karlsruher Stadtbildes Verwendung und stellt so regionale Bezüge her und fördert eine lokale Identität.

Für eine geeignete Strukturierung des neuen Zentrums wurden sowohl die nachbarschaftlichen Anforderungen der Nordstadt als auch die grundsätzlichen Anforderungen an ein attraktives Stadtquartier im Sinne aktueller städtebaulicher Tendenzen im Bezug auf Sozialverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu Grunde gelegt.

KZN2

Grenzen weichzeichnen – Qualitäten adaptieren

Der vorliegende Entwurf bedient sich dem Bild des Wiesenmeeres als Landschaftsraumbeschreibung für die ca. 70 ha große Flächen des Naturschutzgebietes Alter Flugplatz Karlsruhe. Die vorgegebene Pufferzone zwischen Schutzzaun und Baulinie wird hierin zum Überflutungsbereich und erstreckt sich bis tief in das neue Wohngebiet und wird so zum Stadtbiotop.

Die einzelnen Wohnhöfe werden durch ein Stegenetz mit kleinen Aufenthaltsbereichen erschlossen und heben so die Wertigkeit der angrenzenden Biotopstruktur hervor. In den weitläufigen Seitenbereichen zwischen Schutzzaun und Baulinie finden auch größere Aktionsfelder mit Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen ausreichend Platz.

Um die gebäudenahe Freiraumstruktur anzureichern beleben grüne Oasen jeden der Wohnhöfe und können als Mietergärten oder Gemeinschaftsflächen vielschichtig genutzt werden.
 
KZN3

Rahmenplan „Zukunft Nord“
Nichtoffener städtebaulicher Ideenwettbewerb
Auftraggeber | Stadt Karlsruhe
Größe des Planungsgebiets | 27 ha
Zeitraum | 2015
Zusammenarbeit | mono Architekten

Weitere Projekte